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AFGHANISTAN: VERTRIEBENE

«Die Freiheit wird uns erneut genommen»

«Wir waren in unserem Haus, als die Taliban eindrangen und auf uns schossen. Mein Mann und einer meiner Söhne sind tot», erzählt Rana. Zusammen mit den Töchtern und ihrem verletzten jüngeren Sohn verliess die Witwe ihre Heimat. «Wir sahen viele Tote und Verwundete auf den Strassen und vor den Häusern», schildert sie ihre Flucht.

 

In Afghanistan herrscht Chaos. Die Taliban haben eine Stadt nach der anderen eingenommen. Der Präsident und viele internationale Kräfte haben das Land verlassen. Zehntausende sind in ihrer eigenen Heimat auf der Flucht. «Ich habe grosse Angst, dass sie meinen Sohn und meine Töchter auch töten. Hier in Kabul haben wir nichts, weder einen Unterschlupf noch Vorräte. Wir sind dankbar für jede Überlebenshilfe», berichtet Rana.

Ein Mann im Rollstuhl wird von einer Frau gestossen. Die beiden sind auf der Flucht vor türkischen Militärangriffen.

Wie Rana leiden viele Menschen extrem unter der Machtübernahme durch  die Taliban. Völlig verängstigt und verzweifelt versuchen sie einen sicheren Ort zu finden und kämpfen ums Überleben. Die Lage ist instabil und es fehlt den Menschen an allem.


Als Hoffnungsnetz versorgen wir die Notleidenden in Afghanistan und den angrenzenden Ländern. Sie erhalten lebenswichtige Materialien wie Zelte, Teppiche, Decken, Matratzen, Kochutensilien und Lebensmittel. Ein Zeichen der Hoffnung in einer ungewissen Zeit.

 

 

Update 10. Mai 2022

16 000 afghanische Flüchtlinge leben zurzeit in Tadschikistan. Vor kurzem konnte unserer Programmverantwortlicher das Land besuchen. Während der Fahrt wurde er dreimal grundlos von Polizisten angehalten und kontrolliert. Kaum im Flüchtlingslager angekommen, versammelten sich mehrere Kinder um ihn. Eine Mutter erzählte: «Ich war vorher Lehrerin. Die Taliban töteten in meiner Verwandtschaft sechs Männer. Ich musste unter Todesangst mein Land verlassen.» Eine andere Frau fügte hinzu: «Ich bin Journalistin. Als ich kritisch darüber berichtete, wie die Taliban eine Buddha-Statue sprengten, wurde ich zu 20 Jahren Haft verurteilt. Darum musste ich fliehen.»

In Tadschikistan ist Integration ein Fremdwort. Flüchtlingskinder gehen nicht in die Schule, junge Leute dürfen nicht an die Universität und Erwachsene können nicht arbeiten. Und das obwohl in Afghanistan fast dieselbe Sprache gesprochen wird wie in Tadschikistan. Wir versorgen in diesem Lager über 300 Familien mit Lebensmitteln, Heizkörpern und medizinischer Hilfe.

 

 

Flüchtlinge in Tadschikistan. Bild: LIO

Update 19. April 2022

Tausende Afghaninnen und Afghanen sind trotz strenger Grenzkontrollen in die Nachbarländer geflohen. Praktisch alle mussten während der Flucht mitansehen, wie Familienangehörige verschleppt oder sogar umgebracht wurden. Viele wurden selbst angegriffen. Im kargen Norden von Afghanistan leidet die Bevölkerung neben dem Krieg an einer schweren Dürre. Der letzte Winter verschlimmerte die Not und viele Menschen haben alle Nahrungsmittelvorräte aufgebraucht.

 

 

«Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!»

Bitte Spenden Sie jetzt!

 

Mit CHF 150.- bekommt eine Flüchtlingsfamilie ein Zelt.

 

Mit CHF 60.- finanzieren Sie ein Kochset sowie Grundnahrungsmittel (Mehl, Öl, Bohnen, Tee, Zucker usw.).

 

Ihre Spende hilft direkt, schnell und unbürokratisch.

 

> Jetzt Spenden

So werden die Menschen unterstützt:

  • Lebensmittelversorgung

  • Bereitstellung von Kleidern, Medikamenten, Hygieneartikeln, Kochsets und Heizöfen

  • Bargeld für Nahrungsmittel («cash for food»)

  • Traumabewältigung

  • Evakuierungen und Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche
Bild: Rana lebt in Angst

Flyer zur Sammlung

Link zum Flyer der Hoffnungsnetzsammlung Afghanistan